Auf nach Amsterdam!

Jetzt ist es also (fast) offiziell: Wir ziehen in die Niederlande. Mein Mann, die Kinder und ich. Bald. Ganz bald. Und während wir, die Erwachsenen, schon eifrig Checklisten durchackern, im Kopf die Inhalte unserer Wohnung in Kisten aufteilen, spielen die beiden Töchter nichtsahnend in ihrem Zimmer und kümmern sich liebevoll um Puppen, Stofftiere und den Kater.

„Geht’s dir gut? Liegst du weich?“ 

„Oh, ich mach‘ die Jalousien runter, dann kannst du bestimmt gut schlafen.“

Freitag Abend. Nach dem Essen knotze ich mit der Großen noch auf der Couch herum. Ich will sie noch nicht ins Bett schicken. Es ist grad so schön. So entspannt. Und gleichzeitig bin ich innerlich schon so aufgeregt.

„Weißt du, dass Papa bald eine neue Arbeit hat?“

„Ja, weiß ich!“ (Sie grinst.)

„Wirklich? Und weißt du auch, wo er arbeiten wird?“

„In Amsterdam!“ (Sie grinst noch mehr.)

„Hm, das stimmt fast. Papa wird in Den Haag arbeiten, das ist gleich neben Amsterdam.“

„Und dann ziehen wir in ein neues Haus, weil unseres ist schon so alt. Unsere Tür ist schon ganz kaputt.“ (Ihre Definition von Altbau :)) 

„Ja, genau! Und dann kannst du dort auch schon in die Schule gehen. In Amsterdam fängt die Schule schon mit vier an.“

„Hmmm …“ (Sie grinst noch viel mehr.) „Schultüte bekommen.“

„Genau.“

„Und neue Freunde!“ 

An dieser Stelle bricht sie in freudiges Lachen aus, das bei Minute Drei irgendwo in ein rauschähnliches Gekuder ausartet. Sie schmeißt sich hin und her, wiehert, lacht, hüpft, kugelt herum. Ich kratze mich kurz am Kopf und mache einfach mit. Dann liegen wir beide, von Glückshormonen geschüttelt, am Rücken. Wie aus dem Nichts streckt sie die geballte Faust nach oben und ruft theatralisch:

„Auf nach Amsterdam!“

Das hätte ich mir nie erwartet. Man sollte die emotionale Intelligenz von Fünfjährigen nicht unterschätzen. Von vielen Dingen, die auf sie, die auf uns als Familie zukommen, hat sie natürlich (noch) keine Vorstellung. Aber alleine das Wissen, dass auch sie sich Gedanken macht und sich schon auf die schönen Seiten dieser großen Veränderung freut, beruhigt mich. Macht mich glücklich. Und stolz.
Solange wir als Familie zusammenhalten und bleiben, so lange wir uns nicht verlieren und uns gegenseitig achten, wird alles richtig sein.

Also: Auf nach Amsterdam! Oder so 😉

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