Panic! at the Haustür

Zwei Monate vor Abreise setzt ein leichtes Gefühl von Unruhe ein. Wie zum Himmel noch mal soll sich das alles ausgehen?!?

Die letzten Tage haben wir hauptsächlich out of home verbracht. November ist bei uns Geburtstagszeit und somit gibt’s die ein oder andere (selbst herbeigerufene) Party. Somit bleibt daheim alles liegen und stehen: Die Wäsche, das Geschirr, die Einkaufsliste, der Lurch und ja, in Zeiten wie diesen auch die Umzugskartons (sie dösen noch immer fein gestapelt hinter der Schlafzimmertür und warten darauf, aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt zu werden).

Wenn ich also unterwegs bin, in der Arbeit sitze oder eben den schönen Dingen des Lebens fröhne, wie Massage am Geburtstag oder Kuchen essen am Geburtstag oder Kuchen essen drei Tage nach dem Geburtstag, dann fühlt sich alles wunderbar an. Wir ziehen in die Niederlande. Eh alles superaufregend und pippifein. Irgendwie wie in Watte gepackt. 

Zwischendurch fallen mir Dinge ein, die ich mir notieren sollte, manchmal tu ich das (die Lieblings-DVDs aufteilen, Abschiedsparty für die Kinder planen), manchmal auch nicht (unliebsame Tätigkeiten wie Abstellraum entrümpeln). Im Pläne machen bin ich super. Im Prokrastinieren auch.

Aber dann, spätestens wenn ich Abends oder Nachts zum Schlafen nach Hause gehen muss, die Wohnungstür öffne und es hier noch immer aussieht, als würden wir weitere fünf Jahre hier wohnen, befällt mich leichte PANIK.

Wirklich? Ich, Panik?! Nein! *Blick schweift über das Chaos* Ähm, tschuldigung, wie war die Frage?

Ich bekomm‘ dann auch schon mal einen dezenten Heulanfall. Also, wenn die Kinder grad nicht dabei sind. Am Klo. Auf dem Weg von der Straßenbahn zum Kindergarten. Beim Kochen. 

Mein Mann teilt die Panik übrigens nicht. Sein Lieblingssatz im Moment ist „Es lichtet sich eh schon langsam.“ Heute habe ich ihn extra lang und skeptisch angeschaut um herauszufinden, ob er eh einen Scherz macht oder eh einen Scherz macht. Ich konnte ihn nicht lesen.

Ich weiß wirklich nicht, wie wir das schaffen werden, aber wir werden es schaffen. Es hat noch immer geklappt. Es war das gleiche zu Maturazeiten. Und mit der Diplomarbeit. Die ich dann im Endeffekt in einer Woche Dauertippen im Pyjama fertiggebracht habe. Irgendwann ist dann der flow da. Und wenn fünf vor zwölf die Bude noch immer nicht leer ist, weiß ich zum Glück die Nummer vom carla. 

Mein Motto ab heute ist daher: I enjoy. Ich „genieße“ das Chaos. Die Achterbahnfahrt. Das Haare raufen. Das Gefühl, vor einem unendlich hohen Berg zu stehen. Ein Berg von Kinderspielzeugfutzel, ausgeleerten Schubladen und tausenden von Büchern. 

I enjoy. The struggle. The doubt. The excitement.

Und ich weiß: ich bin nicht alleine. Wir sind nicht alleine. Wir müssen die Hilfe nur annehmen. Denn niemand muss alleine alles können. Danke dass ihr da seid! 

Das Jahresfinale wird nicht unbedingt nur lustig. Wir werden Weihnachten feiern. Innehalten. Zusammenkommen. Aber heuer wird es keine selbstgebastelten Geschenke geben. Und kein zehngängiges Kekssortiment. Wir werden am Heiligen Abend glücklich und erschöpft unterm Baum sitzen und froh sein, dass wir uns heute ohne schlechtem Gewissen den wirklich wichtigen Dingen im Leben widmen können: Unserer Familie. Unseren Kindern. Den Menschen die in unserem Herzen wohnen. Singen. Lachen. Essen. Danke sagen. Und vielleicht auch endlich wieder früh schlafen gehen.

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3 Gedanken zu “Panic! at the Haustür

  1. samybee schreibt:

    Oh, ich weiß noch, wie für uns die Vorbereitung des Auslandsumzugs im Sommer war… habt ihr schon einen Umzugstermin? Direkt im neuen Jahr? Viel Glück – und man überlebt es! Mit ein bisschen Abstand kann man manche Sachen sogar lustig finden! Versprochen😉!

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    • vierpannekoeken schreibt:

      Diesen Sommer erst? Alles noch ganz frisch! Ich hoffe, ihr seid gut angekommen! Ja, bei uns steht der Umzug im Jänner an und dementsprechend flott sollte jetzt alles gehen 😝 Danke für deine aufbauenden Worte! Ich werde versuchen den Humor nicht zu verlieren 🚥

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      • samybee schreibt:

        Ja, wir waren im August auf Wohnungssuche und sind Anfang September nach Polen umgezogen… Bei mir setzen jetzt langsam die ersten Zuhause-Gefühle ein. Ich fürchte allerdings, bei den Kindern noch nicht so richtig… allerdings war es ja unsere Entscheidung, umzuziehen, nicht ihre. Insofern denke ich, dass sie mehr Zeit brauchen…

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