It’s not Good Bye, It’s See You Later

Als ich diesen Beitrag angefangen habe, waren noch 27 Stunden übrig bis zu unserem Flug. Jetzt sind es 12, und bald weniger. Nach vielen Abschieden geht’s jetzt wirklich los.

Seit der Gatte vor 10 Tagen in den Flieger gestiegen ist, habe ich unzählige Verabschiedungen durchlebt: Von der Blumenhändlerin bis zur Kindergartenpädagogin, von der besten Freundin meiner Tochter bis zu meinen Mädels, von meiner geliebten Badewanne bis zum Rauchfangkehrer (okay, da war der Mann noch dabei :p).

Und dazwischen immer noch packen, packen, packen. Bis zur letzten Minute. Ich schwör’s euch, ich brauch‘ jetzt mal Urlaub von all‘ den Kisten und unserem ganzen Zeug. Wenn ich die Umzugkisten sehe, würde ich am liebsten noch mal die Hälfte davon einfach hier lassen. Welcher Hahn kräht in drei Monaten danach?

Es ist bestimmt normal, dass bei einer solch großen Unternehmung irgendwann das Gefühl kommt „I mog nimma“. Nicht das Aufbrechen. Nicht das neu beginnen. Aber die Zeit bis dahin. Das Organisieren. Das Sich-Auseinandersetzen mit den eigenen Gefühlen, mit den oft komplizierten genauso wie den sehr tiefen Verbindungen zu den Menschen um einen herum.

Versteht mich nicht falsch. Die letzten Wochen und Tage haben erst wirklich gezeigt, wer da ist, wenn der Hut brennt. Wer sich in einen Flieger setzen wird, wenn alle Kinder krank sind. Wer liebevolle Geschenke bastelt, die den Schulanfang erleichtern werden. Wer nicht nur evtl. eine Couch sondern auch einen großen Platz in seinem Herzen freihält, bis wir wieder kommen. Und bei wem das Gefühl bleibt und sich nur bestärkt, dass nichts, auch keine 1.169 km (oder noch mehr), einen auseinander bringen können.

Und dabei sind unsere Kinder die Großartigsten. Ich bin nicht etwa stolz auf sie, weil sie irgendetwas können oder sind, das sie mir zu verdanken haben. Ich bin so wahnsinnig stolz, weil sie alles das in sich tragen und spüren, was dazu gehört ein herzlicher Mensch zu sein.

Sie haben beide auf ihre Art Abschied genommen. Von den Orten und Menschen, die ihnen in ihren ersten Lebensjahren so viel bedeutet und gegeben haben. Vielleicht ist es nur eine kleine Geste. Das noch einmal länger Sitzenbleiben neben der besten Freundin beim Zeichentisch im Kindergarten. Oder eine Umarmung für die weinende Oma mitten in der Tanzaufführung im Wohnzimmer. Aber umso mehr weiß ich, dass es von ihnen kommt, von ganzen Herzen.

Wir freuen uns jetzt schon auf den Sommer. Und wir freuen uns auf euch. Tot ziens!

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