We zijn thuis // Wir sind zu Hause 

Am Donnerstag zu Hause in den Flieger gestiegen. Und am gleichen Tag zu Hause ausgestiegen. Ankommen im neuen Leben. Oder zumindest der Anfang davon.

Unglaublich, dass wir erst zwei Tage hier sind. Es fühlt sich an wie zwei Wochen. Was ist also alles schon passiert, seit wir hier in Den Haag angekommen sind?

Nun, zuerst einmal mussten wir hierher kommen. Das ist ja nicht mal so schwierig. Wenn man bedenkt, dass andere Leute etwa mit drei Kindern und nur zehn Kisten nach Australien auswandern, dann ist die Anreise nach Den Haag ein Spaziergang.

Am Morgen vom Abflug läuft alles wie am Schnürchen. Ich schlafe sowieso nicht gut, somit bleibt genug Zeit um alle letzten To Dos von der Erinnerungsliste an der Tür zu streichen, bevor die Kinder ausgeschlafen aufwachen. Dann gibt’s Frühstück mit Kipferl, Schaumbecher und der Godl, die uns liebenswerterweise zum Flughafen kutschiert 🙂

Am Flughafen in Schwechat verabschieden wir uns zuerst von unseren vollgepackten Taschen und dann zuletzt von unserer lieben Begleitung. Als wir uns am Durchgang zum Duty Free Shop noch einmal zuwinken, bevor wir um die Ecke biegen, kullern große Tränen von meinen Wangen. Jetzt stehen wir auch auf der anderen Seite. Die Anspannung der letzten Wochen fällt von mir wie eine große, große Last und ich freue mich einfach nur mehr wie irre auf das was kommt.

Umso besser gelaunt kommen wir dann auch zum Family Checkpoint bei der Sicherheitskontrolle. Feiertagsstimmung hier auch beim Personal. So viel Spaß hatte ich schon lange nicht mehr. Und als der Flug dann Verspätung hat macht uns nicht mal das etwas aus.

Im KLM Flieger kümmert sich die Flugbegleiterin liebevoll um die Mädels als sie hört, dass wir nach Scheveningen ziehen. Sogar einen extra Karamellkeks bekommen die zwei, ich natürlich nicht :p

Und dann Anflug auf Amsterdam! Die Kids haben sich den Fensterplatz brav bei Abflug und Ankunft aufgeteilt und jetzt drückt die Kleine ihre Nase an der kalten Fensterscheibe platt und malt Herzerl auf die von Wasserwegen durchzogene Landschaft. Als der Flieger aufsetzt dauert es noch eine Viertelstunde, bis wir einen Parkplatz finden („Mama, fahren wir jetzt wieder zurück?“) aber dann spuckt er uns am Gate aus. Rein ins Gewusel von Schiphol.

Wie viele Kilometer die Kinder an diesem Tag zurücklegen, wird mir erst ganz spät beim Schlafengehen bewusst. Die kleine Maus stapft mit ihrem riesen Elefantenrucksack am Rücken durch die Flughafengänge als wäre das ihr täglicher Weg in den Kindergarten. Und auch auf der „geraden Rolltreppe“ kommt sie nach zwei Stolperern ohne Hand zurecht. Am Ausgang wartet unser Fahrer auf uns, nochmal ein ganz schöner Hatscher bis zum Parkhaus.

Auf der Fahrt nach Den Haag lacht uns die Sonne an. Als ob sie genau weiß, dass das Ankommen im neuen Leben mit ein paar Sonnenstrahlen extra gleich leichter fallen wird. In unserem Apartment wartet dann noch kein Ehemann aber dafür ein bunt gedeckter Willkommenstisch auf uns. So happy. Wir sind endlich zu Hause.

Und schließlich legen wir am späten Nachmittag noch ein paar Schritte zurück und laufen (ja, laufen!) zum Meer hinunter. Ich weiß nicht wer es eiliger hat, die Kinder oder ich. Aber je näher wir dem großen blauen Himmel am Horizont kommen, je mehr von der Strandpromenade sichtbar wird und von dem breiten Sandstreifen zwischen uns und dem Glitzerblau, desto weiter wird mein Herz. Ich lache laut, die Kinder schauen mich verblüfft an. Ich glaube, so haben sie mich noch nie erlebt. Es ist wie nach Hause kommen, all over again.

Plötzlich sind da Erinnerungen an all die Male, wo ich zuvor hier gestanden habe. Hier, am Meer. Eiskalt in Island, in Brighton, in Schweden, wild und aufregend in Brasilien, Kuba und Portugal, hitzegeladen und dahindösend in Alicante oder Mallorca, Izmir und Lignano. Hier bin ich zu Hause. Hier war ich es immer schon.

Die Kinder laufen hinunter in den Sand, stolpern über knirschende Muschelberge und staunen über die kreischenden weißen Vögel über ihren Köpfen. „Mama, hörst du die Möwen?“ „Ja, mein Schatz, so hört es sich an, wenn man am Meer wohnt.“ So innig, so glücklich, so im Moment war ich schon lang nicht mehr mit ihnen vereint. Und wie in einem kitschigen Film geht auch die Sonne am Horizont, glühend rot, langsam unter.

Abends gibt es die langersehnte Wiedervereinigung mit dem vierten Viertel und die Pannenkoeken sind endlich wieder alle zusammen. Sogar an Blumen hat der Göttergatte gedacht 🙂

Jetzt sind wir bereit und können richtig los legen. Und nichts wird uns aufhalten, dieses neue Leben für uns zu erobern.





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