Die große Sechs 

Von einem Geburtstag der spürbar anders ist. Und warum ich den Moment anhalten möchte. Jetzt so viel mehr denn je.

Holy camoly! Wir sind am Zwei-Monats-Tag wie nichts vorbeigerast. Ich hab‘ ihn gar nicht bemerkt, was wahrscheinlich auch daran liegt, dass ich das letzte Wochenende (und die nächsten) mit meinen yoga buddies verbracht habe und auch dazwischen gefühlt nichts anderes tue, als die Matte aus- und einzurollen. Und Niederländisch zu lernen. Und für die Kids da zu sein. Eh nur …

Aber anyway, warum mich die zwei Monate trotzdem nochmal beschäftigen, oder ich zumindest innehalten möchte, bevor sich das Radl noch schneller dreht. Denn wenn das nächste Monat rum ist, dann haben wir eine Sechsjährige im Haus. Und das bedeutet, dass dies die letzten Tage einer Fünfjährigen sind, die ihren Schuhen bereits entwachsen ist.

Heute Abend, nach einem Schul-und-Nachmittagaktivitäten-Marathon, sitzen wir zwischen Kaiserschmarrn und Zubettgehen an Cecilias Geburtstagseinladungen. Wir haben uns heuer für die selbstgebastelte Variante entschieden, keine Elsa, keine Dora, kein Little Pony. Buntpapier, Glitzer, Stifte. Vor dem Balletunterricht haben wir eine Liste zusammengestellt, wen Cecilia einladen möchte. Die neu adoptierte Regel „Geburtstag + eins = Anzahl der eingeladenen Kinder“ wird anstandslos akzeptiert. Und mit Begeisterung schreibt sie die Namen auf, es sprudelt nur so aus ihr heraus.

Als wir im Jänner hier gelandet sind, da hat mich das schon beschäftigt. Mit wem wird sie spielen? Wird sie Anschluss finden? Und wird sie Freunde haben, die mit ihr Geburtstag feiern wollen? 

Den Kopf habe ich mir zerbrochen. Sie bestimmt nicht. Sie wandelt noch immer oft wie ein Traumännlein durch die Schulgänge oder über den Hof, entdeckt den Spielplatz auf eigene Faust. Aber nicht, weil sie niemanden hat, sondern weil sie oft gar niemanden braucht. Und wenn sie Lust auf Fangenspielen hat, dann warten drüben auf dem Hügel schon ihre Freundinnen.

Beim jährlichen Kinderlauf in Den Haag ist sie vor kurzem einen Kilometer mit dem Papa gelaufen. Tags zuvor hat selbiger im Sportgeschäft zugeschlagen und die Töchter von Kopf bis Fuß sporttechnisch eingekleidet. Als sie sich dann zu Hause im Wohnzimmer im Laufdress aufgestellt hat, hätte ich fast zu weinen begonnen. Wo ist das Baby hin, das hinter ihr auf dem Regal aus dem Bilderrahmen lächelt? 

Es ist ein junges, starkes, gewitztes und solidarisches Mädchen geworden, das ganz genau weiß, was es will. Eine große Schwester, die den Kasperl spielt, wenn ihre hitzige, kleine Zimmergenossin mal wieder Ablenkung braucht. Sie interessiert sich für die Schnecke im Garten und scheut sich nicht mehr vor Regen oder Wind. Sie spaziert durch einen Flughafen als wäre das ihr täglicher Weg zur Schule. Sie malt Bilder voller kleiner, persönlicher Details und bastelt jede Woche mindestens eine Glückwunschkarte für mich.

Wenn sie also im April ihren Geburtstag feiert, dann weiß ich so gar nicht, was uns erwartet. Weder beim Geburtstagsfest (Ist basteln noch in? Was spielen sechsjährige Jungs gern mit Mädels? Smarties auf dem Kuchen oder nicht? Bussi und Abknuddeln noch erlaubt?), noch danach. Aber ja, so ist es. Auch sie weiß nicht, was kommt und hat damit genau null Probleme. Daran sollten wir uns ein Beispiel nehmen. Genießen wir das was ist und genau WIE es ist und haben wir dabei vor allem eines: Viel Spaß!

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