Fijne Paasdagen!

Wir haben jetzt auch endlich Oster- und Geburtstagsferien und gehen dann mal offline. Davor noch ein kleines Zwischenupdate: Von Yogamuskelkater, Heimweh, Partytigern und ausgesprochen viel Sonnenstunden. 

Gründonnerstag im Hause Kulovits. Spinat und Erdäpfen sind verspeist, die Kinder im Bett, die Uhr sagt, es wäre Zeit fürs Hauptabendprogramm oder für ein verfrühtes Betthupferl, nur draußen ist noch immer keine Spur von Abendrot zu sehen. Wir sind am Ende der Zeitzone und die Dreiviertel Stunde mehr Sonnenlicht am Abend im Vergleich zu Wien macht echt einen Unterschied. Mein Körper sagt trotzdem: Ik ben moe.

Hat ja auch fleißig mitgemacht, heute und die letzten Tagen und Wochen überhaupt. Ich mag noch keinen bezahlten Full-Time-Job hier haben, aber die Tage sind mindestens genauso ausgefüllt und intensiv. Täglich circa 15 bis 20 Kilometer auf dem bakfiets, von/zur Niederländischstunde sausen, pauken, Yogaausbildung und -stunden dazwischen, Mittags kochen für die Kleine, Nachmittag die Große von der Schule holen, zur Tanzstunde bringen, Arzttermine und sonstiges erledigen, Abendessen kochen, Wäschetürme waschen und verräumen, Stellenanzeigen durchforsten, E-Mails aufschieben, Formulare ausfüllen (noch immer/schon wieder), erfolglos den Wäschetrockner zum Leben erwecken versuchen, kaputt ins Bett fallen.

Voorjaarsmoeheid

Das passt also gar nicht zusammen mit dem, was sich da grad vor dem Fenster abspielt: Sonne, Vögelgezwitscher, zartgrüne Blätter, Knospen, Beachbars ohne Ende, immer mehr Surfer, die mit dem Rad zum Strand fahren, Kinder die sich nackig in den Sand werfen und vor Energie sprühen. Ich werd‘ grad einfach nicht munter. Ist auch eigentlich egal. Dann kommt eben die Frühjahrsmüdigkeit erst jetzt raus, wo eigentlich schon alles auf Beachpartymodus programmiert ist. Ich komm‘ dann eben in ein paar Wochen nach.

Het volle leven 

Was tut sich also alles bei uns? Die Kids sind schwer beschäftigt. Cecilia hat Montags Bibliothek, Dienstag Musik und Nachmittags Playball, Mittwoch gibt’s Kleinen Freitag mit Unterrichtsschluss zu Mittag und danach Pizza bei Pastanini (meist mit dem Papa, unser neues Familienritual ;)), Donnerstag nochmal Programm mit Ballettstunden und dann endlich Freitag, olé! Und auch das geht nicht immer. Heute hat Cecilia beim Tanzen gestreikt und der Schwester von der Bank zugeschaut. Ist auch in Ordnung, ich mag auch nicht immer. 

Aber manchmal ist es auch ganz gut, sich selbst ein bisschen zu linken und trotzdem zu gehen. So wie am Dienstagabend zu meiner Ashtangaklasse. Ich mag die Lehrerin sehr und habe auch mittlerweile kein Problem mehr, um acht Uhr Abends noch mal ins Yogastudio zu fahren. Doch am Dienstag war mir gar nicht danach. Und gefahren bin ich anyway. Weil ich wusste, dass ich mich danach besser fühlen würde. Und genauso war’s. Ich bin ohne Umwege ins Bett gefallen und hab durchgeschlafen wie ein Baby.

Mijn yoga reis 

Mein Yoga Pre Teacher Training bei Delight Yoga gegenüber vom Friedenspalast ist nun vorbei. Vier Wochenenden intensives Training, (Kennen-)Lernen, Staunen liegen hinter mir. Es war eine tolle Gruppe von Leuten, so unterschiedlich und doch so vereint. Wenn wir gemeinsam auf der Matte stehen, dann entsteht eine Stimmung, eine Energie, die mitnimmt, versteht, ermuntert. Ich habe viel gelacht, ein bisschen geweint und wieder einmal erkannt: Der Weg, sich selbst zu finden, hört nie auf. Egal, ob man sich in ein anderes Land begibt oder am gleichen Fleck bleibt. 

Was bleibt ist ein Muskelkater in allen erdenklichen Körperteilen und ein weiter angefachtes Feuer. Was als Entspannungsübung für meine Rückenschmerzen begonnen hat, hat sich als Anker und Lebensretter in den schwierigsten Situationen der letzten zwei Jahre entwickelt. Ich stehe erst am Anfang meiner Yogareise und nichts macht mich zufriedener als zu wissen, dass ich diese Reise noch für viele Lebensjahre fortsetzen werde …

Gefeliciteerd!

Theoretisch könnte ich an dieser Stelle noch nicht von Cecilias Geburtstag berichten, weil der heuer mit Ostersonntag zusammenfällt. Aber wir haben bereits vorgefeiert, damit sich Oster- und diverse Ferientermine nicht mit der Party überschneiden. Und so hatten wir vergangenen Sonntag neun Kinder zwischen fast 4 (Sophia als einzige) und fast 6 für exakt drei Stunden bei uns im Haus zu einer ausgelassenen und doch recht reibungslosen Geburtstagsparty. Es waren nur zwei Jungs dabei, was wahrscheinlich das Verletzungs- und Bruchrisiko erheblich gemindert hat. Dafür war die durchschnittliche Tonhöhe und Quietschfrequenz definitiv ääähm hoch. Alle Sorgen zwecks Bespaßung waren unnötig. Die absoluten Renner waren Topfschlagen, mit Schablonen malen, Dinokämpfe auf dem Wohnzimmerboden und natürlich das obligatorische Naschsackerl zum Mitnachhausenehmen. Schön, wie einfach es noch sein kann.

Cecilia war während des Tumults sichtlich mit der Anzahl der Kinder überfordert, wirkte aber absolut happy und zufrieden. Verwirrt war sie dann doch etwas, als ich ihr ein paar Tage darauf erklärte, sie sei noch nicht sechs, der echte Geburtstag käme erst. Beim Toilettengang machte sie wieder mal ein Theater und ich meinte salopp: „Du bist jetzt sechs Jahre alt, du kannst das schon alleine!“ Worauf sie konterte: „Aber Mama, du hast gesagt, ich bin noch gar nicht sechs!“ Cleveres Mädchen.

So gehen wir also in den Countdown. Noch einmal schlafen, dann kommt die Godl zu Besuch. Und nur mehr drei Mal schlafen, dann ist endlich Ostern UND Geburtstag … Und dann kommt die Oma und dann sind Ferien. Aber davon mehr beim nächsten Mal.

Een beetje heimwee

Danke, dass ihr euch durch diese wirren Zeilen wurschtelt. Manchmal weiß ich nicht, ob sie mehr mir dienen, um Erinnerungen festzuhalten, oder ob es so wirklich möglich ist, ein bisschen mehr die Bande nach Hause zu halten. Ich hoffe, zweites trifft zu. In den letzten Tagen sind regelmäßig Packerl aus der Heimat eingetrudelt, was so schön ist aber auch gleichzeitig das Herz schwer macht. Heute war eine Überraschungssachertorte dabei. Und eine Karte von meiner Oma. Da bricht dann das Heimweh über mich und die Tränen kullern salzig über das ausgebreitete Geschenkspapier auf dem Tisch. Ich mag unser Leben hier sehr sehr gern und ich würde es gegen nichts tauschen wollen. Aber auf meinen ersten Heimatflug freu ich mich wie auf Weihnachten. Und bis dahin sind es nur mehr sechs Mal schlafen!

Wij wensen jullie fijne paasdagen!


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